Wulff hat dieses, Wulff hat jenes...
Und die Scheisshauszeitung mischt kräftig mit. Lanciert von hinten, aus der Deckung heraus, tut die BILD das, was sie am besten kann: mit Dreck werfen.
Wulff hat also einen Kredit zu besonders günstigen Bedingungen bekommen? Wulff hat reiche Gönner, die ihm Urlaubsreisen spendieren?
Wulff muss sich öffentlich erklären, muss Zeugnis ablegen, muss sich öffentlich richten lassen wie ein Schwerverbrecher.
Politische Schwarzgeld-Verbrecher, Pistenraudis mit Todesfolge, Plagiateure... Sie alle mussten sich weniger mit Schmutz bewerfen lassen, als unser Bundespräsident.
Und an der Spitze der moralisch Anständigen steht ein Blatt, dass als Sinnbild des primitivsten Boulevard-Journalismus gilt. BILD hat schon mehr als einen Menschen ins öffentliche Aus geschubbst. BILD nimmt es selbst mit der Wahrheit nicht unbedingt so genau, wie die Recherchen des Bildblog belegen.
Und das ist in Deutschland die neue Hüterin für Recht und Moral?
Ich glaub, ich muss gleich kotzen!
Interessiert eigentlich, was in der sogenannten Kreditaffäre wirklich gelaufen ist? Nein. Uninteressant. Hauptsache es wird mit Dreck geworfen und es kann ein Mensch ruiniert werden. Und die Öffentlichkeit schaut gierig zu. Voyeurismus, purer blanker Voyeurismus. Die Menge will Blut sehen.
Wulff soll bluten. Solange bis nichts mehr geht.
Wulff ist doch schon längst nicht mehr wichtig. Ein kleiner Emporkömmling, der plötzlich mit den Großen spielen durfte und nicht bemerkt hat, dass er zum Clown degradiert wurde. Ein Clown, dem von der Bundeskanzlerin persönlich die Clownsnase aufgesetzt wurde.
Denn eines ist doch klar: Wulf wurde auf den unwichtigen Posten eines Bundespräsidenten abgeschoben. Denn wer einmal Bundespräsident war, ist politisch verbrannt, für immer. Das mussten auch die Liberalen merken, als Heuss Präsident wurde und er danach nie wieder für die FDP tätig werden konnte. Oder Weizsäcker, der für die CDU verloren war.
Eine Frage gilt es nach der aktuellen Schlammschlacht noch zu klären: Wozu brauchen wir also einen Redenschwinger? Denn nichts anderes ist der Bundespräsident. Er soll moralische Instanz sein. Soll mahnend das Wort ergreifen. Doch was verleiht dem Bundespräsidenten wirklich Macht? Das Amt? Oder doch eher die Person?
Dass es nicht das Amt sein kann, sehen wir an Wulff. Brauchen wir also das Amt des Bundespräsidenten?
Nein.
Sparen wir uns die knapp 200.000 Euro + Dienstwohnung + Dienstwagen, die jeder Bundespräsident jährlich bis an sein Lebensende bekommt.
Moralische Kompetenz braucht kein Amt. Moralische Kompetenz braucht Integrität.
Und lassen wir die BILD dort, wo sie am besten aufgehoben ist: im Fäkaliendreck, den sie selbst tagtäglich produziert.
Warum soll die Bundesrepublik nicht den gleichen Weg beschreiten, den die andere deutsche Republik schon einmal beschritt: Die Abschaffung des Präsidenten.
Der Präsident ist tot! Er ruhe in Frieden.








Aktuelle Kommentare