Cloud-Computing ist aktuell in aller Munde. Die Datenwolke ist der Heilsbringer in einer Zeit, wo schnellere Computer, bessere Grafikkarten, größere Festplatten kein Verkaufsargument mehr sind.
Doch was meint nun Cloud-Computing?
Ganz einfach: Wenn man gestern einen Text schrieb, wurde der auf der rechnereigenen Festplatte gespeichert. Konnte von dort gelesen oder ausgedruckt, manchmal auch per E-Mail an andere verschickt werden. Ähnlich verhielt es sich mit eigenen Bildern, z.B. die Fotos vom letzten Familienurlaub, der Musiksammlung für den MP3-Player oder den empfangenen E-Mails.
Heute speichert man nichts davon mehr auf dem eigenen Rechner. Denn heute will man nicht nur zu Hause einen Text lesen, sondern auch in der Firma, unterwegs und bei Freunden von deren Rechner.
Also speichert man alle seine Daten in der Wolke (in der Cloud). Das sind Server von Firmen, über die man über das Internet zugreifen kann. Der Service ist mittlerweile so transparent, dass man als Anwender kaum noch einen Unterschied zur eigenen Festplatte ausmacht, in Zeiten schnellen Internets, ist das erst recht kein Problem mehr.
Wenn Daten an einer zentralen Stelle gespeichert sind, kann man mit fast allen denkbaren Endgeräten auf diese Datenwolke zugreifen: PCs, MP3-Player, Handy, Notebook, Tablett. Mittlerweile können sogar Fernseher, und andere Home-Entertainment-Systeme auf die Wolke zugreifen.
Ein weiterer Vorteil: Für das Backup ist der Anbieter der Wolke zuständig.
Und sicher ist das ganze auch noch, ohne Passwort bleibt die Wolke verschlossen.
Und trotzdem sind Wolken am Himmel aufgezogen, dunkle, böse Wolken, die unsere nette Datenwolke verdunklen.
Denn, die ersten Datenverluste sind in der Wolke aufgetreten. Google musste den Verlust von E-Mails bekanntgeben. Amazons Datendienst hat erste Verluste zu vermelden.
Und selbst mit der Unterbindung des Zugriffs von anderen steht es nicht zum Besten!
Microsoft musste mittlerweile einräumen, dass sie auf Aufforderung von US-Regierungsstellen Daten herausgeben müssen. Schlimmer noch: Es kann sogar passieren, dass sie dem Anwender nicht einmal eine Information darüber geben dürfen, wenn der Große Bruder große Stielaugen gemacht hat. Denn der sogeannte Patriot Act, installiert nach dem die Türme gefallen sind, erlaubt den USA weitreichende Befugnisse.
Selbst Microsoft-Server in der EU sind nicht sicher. Microsoft als US-Unternehmen würde auch innerhalb Europas gespeicherte Daten auf Verlangen herausgeben.
Damit ist die Cloud für alle gestorben, die ihre Daten wirklich privat halten wollen.
Die Cloud-Services sind ok, solange man sich dessen bewußt ist, dass die Daten genauso vertraulich sind, wie der Text einer Postkarte vertraulich ist. Selbst Verschlüsselung ist kein Allheilmittel. Heute gelten nahezu alle Verfahren als knackbar.
Damit sind Cloud-DIenste am besten noch im heimischen Netzwerk installierbar, aber für die meisten Anwender gehen damit die Vorteile der jederzeit und überall verfügbaren Daten verloren.
Schade, gute Idee vermurkst, weil der Staat unbedingt spionieren können will.




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