Eltern aufgepasst: Das Spielen der neuesten populären Computerspiele wie z.B. Siedler 7 kann sehr teuer werden.
Denn mit dem blossen Kaufen des Spiels ist es nicht getan. Zusätzlich fallen ggf. permanente Telefongebühren an.
Doch der Reihe nach: Früher war es so, dass man sich ein Spiel
gekauft hat, brav auf seinem Rechner installierte und dann nach
herzenslust die wildesten Abenteuer erleben konnte.
Dann kamen die bösen Raubkopierer und das Internet. Noch vor
Veröffentlichung landeten die Spiele auf irgendwelchen Servern im
Internet, konnten von dort heruntergeladen werden und nach herzenslust
die wildesten Abteuer erlebt werden.
Völlig klar, kaum noch jemand wollte etwas kaufen, was es im
Internet kostenlos gab. Also liessen sich die Firmen etwas einfallen,
die einen in dem sie den Spielen besondere Gimmicks wie z.B. schön
angefertigte Landkarten, Handbücher oder andere Spielutensilien
beilegen und damit dem Käufer einen echten Mehrwert im Vergleich zur
Raubkopie aus dem Internet anboten, andere Firmen sahen nur, dass
solche Gimmicks ja den Profit schmälern. Diese Firmen, z.B. die Firma
UBI-Soft kam auf den gloreichen Gedanken, dass zum Spielen eine
permanente Internet-Verbindung notwendig ist. Bricht diese Verbindung
ab, kann das Spiel erst wieder fortgesetzt werden, wenn diese
Verbindung wieder hergestellt wurde. Oft heisst das, dass z.B. ein
ganzer schwieriger Level wiederholt werden muss, da der letzte
Speicherpunkt vielleicht schon einige Zeit her war.
In Zeiten von Internetflaterates sollte doch aber eine permanente Verbindung kein Problem mehr darstellen, oder?
Diese Frage kann man einfach beantworten, in dem man sich anschaut, wo und wann gespielt wird.
Eine gute Spielzeit ist z.B. im Urlaub, auf dem Weg in den Urlaub in
Bus, Bahn oder Auto. Genialerweise ist im Notebook ein UMTS-Stick schon
eingebaut. Yay! Der Internetprovider freut sich, stundenlanger
Spielspass mit einer Mobil-Verbindung, am besten noch im Ausland! Da
rollt der Rubel!
Und ganz nebenbei kann der Spielehersteller jede Menge Statistik
machen, wer wann wie lange spielt. Außerdem ist durch diese enge
Verknüpfung mit einem Online-Account ein Weiterverkauf des Spiels
ausgeschlossen.
Da lacht des Produzenten Herz. Der Gebrauchtmarkt ist Schnee von
Gestern! Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Kein Schulhoftausch
mehr und auch kein Gebrauchtspiel zum Taschengeldpreis.
Wunderbar.
Wunderbar wie dieser Schuss nach hinten losgehen wird.
Hat die Spiele-Industrie aus dem Fiasko der Musikindustrie nichts
gelernt? Musikportals florierten erst, als die Rechtebeschneidung des
Kunden aufgehoben wurde.
Auch UBI-Soft wird lernen, ein Produkt, über das der Kunde keine Kontrolle hat, wird sich nicht verkaufen.
Die Musik-Industrie hat aus den Milliardeneinbrüchen auf dem CD
Markt gelernt und verzichtet weitestgehend auf am CD-Standard
vorbeigehenden Zwangsmassnahmen gegen den Kunden.
Auch UBI-Soft wird lernen, dass man ohne Kunden kein Geld verdienen kann!
Für Eltern bleibt nur der Rat: Finger weg von Zwangsonline-Software.
Es gibt tolle Alternativen! Ohne Zwang, ohne Überwachung und ohne
versteckte Zusatzkosten.
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