Scharia, Scharia, ja, davon hab ich schon mal was gehört. Hatte doch irgendwas mit dem Islam zu tun.
Richtig. Die Scharia ist das religiös legitimierte und unabänderliche Gesetz des Islams. Grundsätzlich steht es für eine Rechtsprechung gemäß dem (auch biblischen) Motto: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Die Scharia ist damit für den Islam das, was das BGB für Deutschland ist. Zumindest wenn man sehr viele Haare nimmt, um diese Vergleich herbeizuziehen.
Denn die Scharia ist viel mehr. Für Muslime ist sie der der verbindliche Wegweiser, der den Menschen zu Gott führen soll.
Also so etwas wie die Bibel für die Christen? Also ein Märchenbuch?
Nein, das Märchenbuch der Muslime ist der Koran. Die Scharia ist *das* Gestz! Dieses Gesetz ist für alle Menschen einer islamischen Gesellschaft verbindlich. Auch Nichtmuslime müssen sich an dieses Gesetz halten, im Gegensatz zur Bibel, die nur für Christen verbindlich ist.
Die Scharia regelt alle äußeren Beziehungen und Verpflichtungen des Menschen zu Gott und den Mitmenschen. Die Scharia ist unfehlbar. Und genau deshalb sollte jeder gesunde, normal denkende Mensch dieses Machwerk ablehnen! Dazu kommen die Inhalte der Scharia selbst, die Menschenverachtung, die Legitimierung von Gewalt gegen Andersdenkende, die Diskriminierung von anderen Religionen, anderen Menschen, die Missachtung der Gleichberechtigung der Frau.
Todesstrafe, Steinigung, Auspeitschungen für geringfügige Vergehen sind bei der Anwendung der Scharia an der Tagesordnung. Dazu kommt, dass Menschen anderer nicht-islamischer Staaten schnell für vogelfrei erklärt werden können. Mord im Namen der Scharia, keine Seltenheit. Salman Rushdie kann ein Lied davon singen
Die Scharia gilt in weiten Teilen der Welt:
- Nigeria (einige Bundesstaaten)
- Malediven
- Iran
- Saudi-Arabien
- Bangladesch
- Mauretanien
- Afghanistan
- Sudan (nicht Südsudan)
- Gambia
- Senegal
- Katar
- Kuweit
- Bahrein
- Indonesien (autonome Provinz Aceh)
- Jemen
- Pakistan (Teilgebieten)
- Somalia
- Malaysia (duales Rechtsystem
In Algerien, Indonesien oder Ägypten sind Teilen der Scharia ins zivile Rechtsystem übernommen worden.
Von Reisen in diese Länder kann nur abgeraten werden, da es für Nicht-Muslime sehr leicht möglich ist, mit Teilen der Scharia in Konflikt zu geraten und damit wächst die Gefahr drakonischer (und nach europäischem Denken völlig unangemessener) Strafen.
Normalerweise sollte gelten: Andere Länder, andere Sitten. Doch eine Gefahr wird völlig unterschätzt.
Auch westliche Staaten haben eine Rechtsprechung, die die Scharia zugrunde legen.
Durch das internationale Privatrecht kann die Scharia leicht Rechtswirkung entfalten.
In Deutschland sind mehrere Urteile rechtskräftig nach denen unter Bezug auf die Scharia die Angeklagten, meist Männer die entweder ihre Frauen schlugen oder ihre Töchter töten wollten, da diese Ehebruch begangen haben sollen (gemäß Scharia ist auch eine Vergewaltigung Ehebruch) nicht oder nur zu geringen Strafen verurteilt wurden. Allerdings findet die Anwendung der Scharia ihre Grenzen in den Normen und Grundvorstellungen des Grundgesetzes.
Im Vereinigten Königreich kann jedoch ein religiöses Schiedsgericht von beiden Parteien auf freiwilliger Basis angerufen werden, das dann gültige und vollstreckbare Urteile sprechen darf. Aber auch hier müssen diese Urteile die Normen der Gesellschaft erfüllen.
Kritischer ist die Situation in Griechenland. Hier kann sich die muslimische Minderheit untereinander durchaus der Gerichtsbarkeit der Scharia unterwerfen.
Auch andere Staaten erwägen, in bestimmten Bereichen durch die Einführung einer Parallelgerichtsbarkeit im Ehe- und Familienrecht Scharia-Bestimmungen entgegen zu kommen. Südafrika ist hier ein Beispiel.
Erstaunlicherweise wird in den Niederlanden die Einführung der Scharia in universitären Kreisen heftig diskutiert. Auslöser soll eine Bemerkung des Justizministers 2006 gewesen sein, der sich die Einführung der Scharia gut vorstellen können, wenn der Wähler dies so wolle.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte urteilte jedoch in mehreren Verfahren, dass die Scharia unvereinbar mit demokratischen Grundsätzen sei.
An der Einführung der Scharia kann man also problemlos das demokratische Grundverständnis eines Staates ablesen. Kein Staat auf obiger Liste darf sich damit mit dem Prädikat Demokratie schmücken!
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